Ich bin Skype endlich los. Ich bin begeistert. Bis vor kurzen hielt ich Skype für das einzige [unter Linux] benutzbare VoIP Programm. Weit gefehlt. OpenWengo und sipgate haben mich befreit. Was genau mich an Skype so stört? Fangen wir mal an:

Ich wollte Skype eigentlich, da ich für 5 Monate im Ausland bin, als primären Sprachkanal in die Heimat nutzen, habe es mir daher kurz vor Abreise in Deutschland wieder installiert.

Die Webseite: Ich halte sie für ein unübersichtliches Monstrum, das permanent vergisst wer ich bin, nur um sich kurz darauf doch wieder an mich zu erinnern. Konkret meine ich damit die "Hallo! [bitte] Anmelden." Zeile ganz oben.

Ich sehe ja ein das ich mich, weil es mitunter um mein Prepaid-Guthaben geht, jeden Tag neu anmelden muss. [ich unterstelle hierbei mal ein Konzept]. Ich verstehe nicht warum ich nach klicken auf z.B. "SkypeOut" schonwieder mit "Hallo! [bitte] Anmelden" begrüßt werde. Aber halt, Skype.com vergisst ja nicht einfach so. Klickt man auf "Shop" wird man wieder mit "Hallo $username!" begrüßt. Soweit, so wenig tragisch ...

Die Angebote: Ich mag geizig sein, aber ich bezahle [bei VoIP] nicht gerne, damit ich lediglich angerufen werden kann. Andere Anbieter geben mir gerne und ohne Vertragsbindung eine deutsche Festnetznummer. Schlimm? Nicht ganz, bat doch Skype vor ein paar Monaten Skype Pro an. Bei mir steht dort relativ eindeutig:

Keine Minutengebühren für Inlandsgespräche ins Festnetz².

Man ist ja nicht doof, und liest sich auchnoch ² durch:

² Gilt nur für Gespräche im eigenen Land. Die Richtlinien hinsichtlich der Die Richtlinien für Verbindungsgebühr und fairen Nutzung (Fair Usage) kommen zur Anwendung.

Ääh ... ja alles klar. Die Richtlinien hinsichtlich der Die Richlinien für der wo Verbindungsgebühr erfährt man hier:

Alle SkypeOut-Anrufe unterliegen einer Verbindungsgebühr. Verbindungsgebühren gelten nur für Anrufe, die mit Skype-Guthaben getätigt werden. Die Verbindungsgebühr basiert auf Ihrer Währung, die unter Ihrer Kontoübersicht geändert werden kann, und nicht auf dem Land, aus dem oder in das Sie anrufen.

Sagt mir jetzt: Super, Skype nach Deutschland sollte wohl 4,5 Cent pro Anruf kosten. Keine Flat, aber es sollte reichen. Also schnell Skype Pro aktiviert. Leider scheine ich irgendwas überlesen zu haben, denn mein Konto wird trotz aktiviertem Skype Pro mit 1,7 Cent pro Minute belastet, die sich ziemlich genau mit dem hier angegebenen Minutenpreis decken.

Also Skype Pro, das mit "Keine Minutengebühren für Inlandsgespräche ins Festnetz²." beworben wird, hält scheinbar genau dieses Versprechen nicht. Ich mag mich ja täuschen und habe deswegen dem Skype-Kundensupport geschrieben. Haben sie geantwortet? Nein, natürlich nicht. Ich schrieb ein zweites mal und was kam raus? Nichts! Suboptimal, sehr sogar. Abgesehen von diesen kleinen Ärgernissen, kommen wir nun zum Finale ...

Der Client: Skype bietet einen Linuxclient an. Sehr schön, keinesfalls zu erwarten und auch echt ganz nett. Nur dieser Client ist etwas wählerisch mit wem er unter welchen Umständen zusammenarbeitet.

Konkret: Wenn ich so dreist bin, während ich im mplayer einen Film schaue einen Anruf zu erhalten, hilft es nicht viel diesen zu pausieren und den Anruf entgegenzunehmen. Nein. Skype wird mich bestrafen indem es das Gespräch zerhackt. Selbiges wenn ich vorher bei YouTube Videos anschaue. Und natürlich wenn ich vor ein paar Minuten Videos geschaut habe und es wage, selbst jemanden anrufen zu wollen. Achso: Natürlich macht Skype das ganze auch für mich völlig unnachvollziehbar wenn ich nichts der gleichen mache und nach ein bis zwei Gesprächen noch einmal telefonieren möchte. Ist ja logisch.

Fazit: Nun benutzt Skype natürlich sein eigenes, proprietäres Protokoll. Dies ist kein Vorwurf, ich wusste ja auch was ich mich einlasse. Ekiga funktioniert für mich sogar nich schlechter, bloß hier kann ich mit wenig mühe den Client austauschen, ohne auf Updates oder Verbesserungen eines Herstellers zu warten. Hätte es keine Mißverständnisse bei der Produktbuchung gegeben hätte, wäre ich wohl allein der Telefonnummer wegen bei Skype geblieben, nach dem Gesamteindruck aber eher ... nö.

Insgesamt funktioniert OpenWengo für mich weit besser, wenn auch bei weitem nicht perfekt. Auch dies stürzt gerne ab, mit dem entscheidenden Unterschied das ich weiß warum es abstürzt. Es geht im "Leerlauf" aus mir unbekannten Gründen sparsamer mit meinen Systemressourcen um und zickt vor allem nicht rum, wenn ich vor einem Gespräch aus Leichtsinn meine Soundkarte nutze, oder gleich zwei- bis dreimal nacheinander telefonieren will.

Also nie wieder Closed-Source-Irgendwas-Clients, natürlich nur bis Joost auf Linux portiert wird ;)