Der Zugang zum Wissen in Deutschland findet im Internet fast gänzlich ohne die klassischen Verlage statt, die sich in den letzten Jahren bei dem Versuch, alte Geschäftsmodelle auf ein neues Gleis zu hieven, eine Abfuhr eingeholt haben. Den Text der Brockhaus-Enzyklopädie gibt es weder auf brockhaus.de noch einzeln käuflich auf einer anderen Seite des Verlags zu erwerben. Während im Internet - und dort beileibe nicht nur bei Wikipedia - Menschen unterschiedlicher Profession an der Sammlung, Pflege und Verbesserung von Inhalten arbeiten, die dann frei allen Menschen zur Verfügung stehen, bleibt meine Frage nach Mannheim unbeantwortet: Will man Teil der Wissensgesellschaft werden oder Exponat einer Ausstellung?

dieGesellschafter.de: Gesellschafter-Tagebuch

Ein Auszug aus dem Kommentar von Mathias Schindler, Vorstand von Wikimedia zu diesem Artikel. Tatsächlich sieht es für mich so aus als hingen die deutschen Printmedien immernoch ziemlich hinterher. Die Preise für Dossiers z.B. bei Spiegel Online sind m.E. einfach zu hoch, wenn man bedenkt das es teilweise Sammlungen alter Artikel sind für die man schätzungsweise 0,01 € Distributionskosten hat.

Aber ähnlich sieht es ja auch mit der Musikindustrie aus. 99 cent für Musik die, ob nun gut gemacht oder nicht, einfach nicht so teuer herzustellen ist wie sie angepriesen wird. Klar gibt es da die Interessen der Künstler und Kunst ist ja auch keine Ware wie jede andere ... trotzdem scheinen die Künstler bei diesem Geschäftsmodell weniger zu verdienen als vorher. So sagt "Weird Al" Yakcoiv auf die Nachfrage einer seiner Fans:

I actually do get significantly more money from CDsales, as opposed to downloads. This is the one thing about myrenegotiated record contract that never made much sense to me. It coststhe label NOTHING for somebody to download an album (no manufacturingcosts, shipping, or really any overhead of any kind) and yet the artist(me) winds up making less from it.

Sehr traurig, wenn man bedenkt das die (rechnerisch Immensen) Mehreinnamen wohl direkt in Entwicklungen wie den Sony-Kopierschutz und DRM gehen. Letzteres wäre dann der automatisierte Genickschuss für unsere Wissensgesellschaft.

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